Das Wort Piercing stammt vom englischen “to pierce” ab, was übersetzt “durchstechen” oder “durchbohren” bedeutet. Dabei handelt es sich um eine Körpermodifikation, bei der es darum geht Schmuck in Form von Stäben oder Ringen einzusetzen. Dies ist an den unterschiedlichsten Körperstellen möglich. Das Piercing wird dabei durch die menschliche Haut und dem darunterliegenden Fettgewebe gestochen. Teilweise wird das Piercing auch durch Knorpelgewebe gestochen. Beispielsweise beim sogenannten Septum, welches umgangssprachlich auch als Bullenring bezeichnet wird.

Aus welchen Materialien bestehen Piercings?

Die Auswahl der Materialien ist sehr umfangreich. Es gibt Schmuck aus:

  • Silber
  • Chirugenstahl
  • Stein
  • Titan
  • Glas
  • Gold
  • 316L
  • Holz
  • PTFE
  • Bioplast
  • Acryl
  • Bernstein
  • Knochen
  • Horn

Welche Materialien sind für das Erstpiercing geeignet?

Nach dem Stechen werden nur bestimmte Materialien eingesetzt. Das am häufigsten verwendete Material ist Titan. Dabei handelt es sich um ein festes aber sehr leichtes Metall, welches dunkel-metallisch glänzt, nicht mit den Körperflüssigkeiten reagiert, in der Regel keine allergischen Reaktionen aufweist und nicht magnetisch ist. In der Medizin wird Titan für Implantate verwendet. Durch Wärmeeinwirkung kann das Material gefärbt werden. Zur Auswahl stehen folgende Farben:

  • Grün
  • Violett
  • Hellblau
  • Blau
  • Gelb

Titan eignet sich hervorragend als Erstpiercing, da es leichter als Stahl ist und das Gewebe nur gering belastet. Zudem punktet Titan mit biokompatiblen Eigenschaften, oxidiert, beziehungsweise korrodiert nicht und weist eine hohe Formbeständigkeit auf. Zudem lässt sich Titan nachhaltig bearbeiten.

Ebenfalls für das Erstpiercing geeignet ist PTFE oder Bioplast, besser bekannt als Teflon. Das Material ist biologisch verträglich, leicht biegsam, verursacht keine allergischen Reaktionen und ist zudem relativ hitzebeständig. Das Material ist auf Röntgenbildern nicht sichtbar und auch nicht magnetisch.

Welche Piercings sind nach dem Abheilen geeignet?

Das am häufigsten verwendete Material nach dem Abheilen ist Chirurgenstahl 316L. Dabei handelt es sich um Chromnickelstahl, welcher einen hohen Nickelanteil aufweist (10 bis 14 Prozent). Nickel kann bei frisch gestochenen Piercings zu allergischen Reaktionen führen. Doch nach dem Abheilen kann das Material in der Regel ohne Probleme getragen werden. Der Chirurgenstahl lässt sich gut polieren und wird dem matten Titan-Schmuck aufgrund seines Glanzes häufig vorgezogen.

Piercings aus Gold werden ebenfalls gerne gewählt, das es sich um ein Edelmetall handelt und auch so aussieht. Die Reinheit von goldenem Piercingschmuck sollte jedoch nicht unter 18 Karat liegen. Schlechter Piercingschmuck aus Gold kann Nickel und Zink enthalten und somit allergische Reaktionen hervorrufen. Gold ist ein sehr weiches Material und besticht deshalb nicht durch kratzfeste Eigenschaften. Potentielle Kratzer können zudem Hautirritationen auslösen. Goldener Schmuck eignet sich nicht für Zungenpiercings.

Welche Piercingformen gibt es?

Die unterschiedlichen Formen von Piercingschmuck richten sich nach der Körperstelle, an welcher das Piercing eingesetzt werden soll.

  • Barbell
  • Banane
  • Labret
  • Circular
  • Ball closure Ring
  • Segmentring
  • D-Ring
  • Surface Bar
  • Nipple Shield
  • Flesh Tunnel Plug

Der Flesh Plug Tunnel wird als einziger Schmuck nicht gestochen, sondern stellt eine Art Expander dar, mit welchem die Körperstelle (meistens das Ohrläppchen) gedehnt wird.

Wie wird Piercingschmuck am besten gereinigt?

Idealerweise wird der Schmuck unter der Dusche gereinigt, indem das Piercing hin- und herbewegt wird, während Wasser drüberläuft. Eine Zahnbürste kann sich dabei als sehr hilfreich erweisen. Wer den Schmuck nach der Abheilung zum Säubern herausnehmen will, kann diesen in aufgelöste Gebissreiniger-Tabs legen und einwirken lassen. Sind starke Kalkablagerungen vorhanden (beispielsweise bei Zungenpiercings), bietet es sich an den Schmuck in Essigessenz einzulegen. Ist der Schmuck im Laufe der Zeit angelaufen, können spezielle Schmuckputzmittel aus dem Handel verwendet werden, um die Verfärbungen zu beseitigen.